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Innere MedizineinfachKlinischer Text
Städtisches Klinikum Musterstadt Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie Chefarzt Dr. med. A. Beispiel Entlassungsbericht An: Praxis Dr. med. V. Hausarzt Bahnhofstraße 12 99999 Musterstadt Musterstadt, den 24.05.2024 Patient: Hans-Joachim Müller, geb. am 12.03.1950 Anschrift: Sonnenweg 4, 99999 Musterstadt Station: 4B Aufnahmedatum: 15.05.2024 Entlassungsdatum: 24.05.2024 Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, wir berichten über den oben genannten Patienten, der sich vom 15.05.2024 bis zum 24.05.2024 in unserer stationären Behandlung befand. DIAGNOSEN: 1. Akut dekompensierte chronische Herzinsuffizienz (NYHA IV bei Aufnahme, NYHA II bei Entlassung) - Ätiologie: Hypertensive Herzkrankheit und tachykardes Vorhofflimmern - Echokardiographisch: LVEF 38 % (HFrEF), dilatierter linker Vorhof 2. Permanentes Vorhofflimmern - CHA2DS2-VASc-Score: 4 (Alter, Hypertonie, Herzinsuffizienz, Diabetes) 3. Bekannte arterielle Hypertonie (Grad II) 4. Diabetes mellitus Typ 2 (HbA1c 7,4 %) 5. Chronische Niereninsuffizienz (CKD Stadium G3a nach KDIGO) 6. Postinterventionelles Delir (hyperaktive Form, passager am 17.05.2024) 7. Verdacht auf Basaliom am rechten Unterarm (Hautstanze erfolgt, Histologie ausstehend) ANAMNESE: Die stationäre Aufnahme erfolgte aufgrund einer seit drei Tagen progredienten Belastungsdyspnoe, zuletzt bereits bei geringster Belastung (Ankleiden) sowie Ruhedyspnoe in Flachlage (Orthopnoe). Der Patient berichtete zudem über eine Gewichtszunahme von ca. 5 kg innerhalb einer Woche sowie schmerzlose bilaterale Unterschenkelödeme. Thoraxschmerzen oder Synkopen wurden verneint. Vorbekannt ist ein Diabetes mellitus Typ 2 und eine arterielle Hypertonie. Eine kardiologische Kontrolle erfolgte zuletzt vor zwei Jahren. AUFNAHMEBEFUND: 74-jähriger Patient in reduziertem Allgemeinzustand, adipöser Ernährungszustand (BMI 31 kg/m²). Dyspnoe bei leichter körperlicher Anstrengung, Ruhezustand stabil. Herz: Arrhythmia absoluta, Frequenz ca. 115/min, keine pathologischen Geräusche. Lunge: Beidseits basale Rasselgeräusche, rechtsbetont. RR 165/95 mmHg. Abdomen: Weich, kein Druckschmerz, Leber am Rippenbogen tastbar. Extremitäten: Massive, eindrückbare Ödeme bis zum Knie beidseits. Haut: 1 cm große, perlartig berandete Läsion am rechten Unterarm (V.a. Basaliom). DIAGNOSTIK: Labor bei Aufnahme: NT-proBNP 4.850 pg/ml (Ref. < 300), Kreatinin 1,42 mg/dl (GFR 52 ml/min), Kalium 3,8 mmol/l, HbA1c 7,4 %, PSA-Wert 6,5 ng/ml (erhöht). EKG: Vorhofflimmern, Frequenz 112/min, Linkstyp, keine akuten ST-Strecken-Veränderungen. Röntgen-Thorax: Vergrößerte Herzsilhouette, Zeichen der pulmonalen Stauung mit interstitiellem Ödem und kleinen bilateralen Pleuraergüssen. Echokardiographie (16.05.2024): LVEF 38 %, mäßige Mitralinsuffizienz (Grad II), vergrößerter linker Vorhof (LAV-Index 42 ml/m²), keine höhergradigen Klappenstenosen. THERAPIE UND VERLAUF: Initial erfolgte eine forcierte diuretische Therapie mit Furosemid i.v. (initial 40 mg-Bolus, gefolgt von 80 mg/24h über Perfusor). Darunter kam es zu einer raschen Rekompensation mit einer negativen Flüssigkeitsbilanz von insgesamt 6,5 Litern während des Aufenthaltes. Das Körpergewicht sank von 94 kg auf 87,5 kg. Am zweiten Aufenthaltstag (17.05.2024) entwickelte der Patient ein akutes hyperaktives Delir mit zeitlicher und örtlicher Desorientierung sowie Nesteln. Wir leiteten eine passagere Medikation mit Melperon (25 mg zur Nacht) ein und sorgten für eine engmaschige pflegerische Betreuung. Die Symptomatik war nach 36 Stunden vollkommen rückläufig, sodass die Medikation wieder abgesetzt werden konnte. Wir vermuten ein multifaktorielles Geschehen im Rahmen der akuten Erkrankung und der ungewohnten Umgebung. Aufgrund einer unter Diurese aufgetretenen Hypokaliämie (K 3,1 mmol/l am 18.05.2024) erfolgte eine orale Substitution mit Kaliumchlorid sowie die Einleitung von Spironolacton (25 mg 1-0-0). Im weiteren Verlauf stabilisierten sich die Elektrolyte. Zur Optimierung der Herzinsuffizienz-Therapie haben wir die Medikation umgestellt: Die Vortherapie mit HCT wurde abgesetzt. Neu angesetzt wurde Dapagliflozin (10 mg 1-0-0) als SGLT2-Inhibitor. Zur Frequenzkontrolle des Vorhofflimmerns wurde die Bisoprolol-Dosis von 2,5 mg auf 5 mg gesteigert, worunter sich eine Ruheherzfrequenz von ca. 75/min einstellte. Bezüglich der Hautläsion am rechten Unterarm erfolgte am 21.05.2024 eine Stanze durch die konsiliarische Dermatologie. Das Ergebnis der Histologie stand bei Entlassung noch aus. Zudem fiel ein erhöhter PSA-Wert von 6,5 ng/ml auf. Eine abdominelle Sonographie zeigte eine bekannte Prostatahyperplasie (Volumen ca. 55 ml), jedoch keinen malignitätsverdächtigen Befund. Hier ist eine urologische Abklärung im Intervall empfohlen. ENTLASSUNGSMEDIKATION (ab 24.05.2024): 1. Torasemid 20 mg: 1-0-0 (Umstellung von Furosemid p.o.) 2. Ramipril 5 mg: 1-0-1 3. Bisoprolol 5 mg: 1-0-0 4. Spironolacton 25 mg: 1-0-0 5. Dapagliflozin 10 mg: 1-0-0 6. Apixaban 5 mg: 1-0-1 (OAK bei Vorhofflimmern) 7. Metformin 1000 mg: 1-0-1 8. Pantoprazol 20 mg: 0-0-1 EMPFEHLUNGEN UND PROCEDERE: - Kurzfristige Laborkontrolle (Elektrolyte, Kreatinin) beim Hausarzt in 3 Tagen (am 27.05.2024). - Tägliche Gewichtskontrollen durch den Patienten (Zielgewicht ca. 87-88 kg). - Kardiologische Verlaufskontrolle in 4-6 Wochen inklusive Kontrolle der LVEF und Besprechung des noch ausstehenden Langzeit-EKGs (wurde am Entlasstag angelegt). - Urologische Vorstellung zur Abklärung des PSA-Wertes (6,5 ng/ml) in ca. 4 Wochen. - Der histologische Befund der Hautstanze wird Ihnen direkt nach Erhalt zugestellt; ggf. muss eine Nachexzision erfolgen. Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit. Mit kollegialen Grüßen (Dokument ist elektronisch erstellt und ohne Unterschrift gültig) Assistenzarzt / Oberarzt
Ground Truth
Hauptdiagnose
Akut dekompensierte chronische Herzinsuffizienz (NYHA IV) bei bekannter hypertensiver Herzkrankheit und tachykardem Vorhofflimmern.
Therapie
Intravenöse Rekompensation mit Furosemid (initial 80mg/24h) und anschließende Umstellung auf orale Diurese mit Torasemid 20mg sowie Optimierung der Herzinsuffizienzmedikation durch Einleitung von Dapagliflozin 10mg, Spironolacton 25mg und Dosissteigerung von Bisoprolol auf 5mg.
Procedere
Am 27.05.2024 ist eine Laborkontrolle (Kalium, Kreatinin) beim Hausarzt erforderlich; zudem erfolgt eine kardiologische Nachsorge in 4-6 Wochen sowie eine urologische Abklärung des PSA-Werts (6,5 ng/ml).
Offene Fragen
Die Histologie der Hautstanze am rechten Unterarm steht noch aus, zudem bleibt die Ursache des erhöhten PSA-Werts bei unauffälliger Sonographie klärungsbedürftig.