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Gynäkologie/GeburtshilfekomplexKlinischer Text
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Akademisches Lehrkrankenhaus Entlassungsbericht Patientin: Maria-Elisabeth Müller Geburtsdatum: 14.05.1949 Station: G3 Aufenthaltszeitraum: 02.05.2024 – 12.05.2024 Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, wir berichten über die stationäre Behandlung der oben genannten Patientin, die sich vom 02.05.2024 bis zum 12.05.2024 in unserer stationären Behandlung befand. Diagnosen: 1. Endometriumkarzinom des Corpus uteri (V.a. pT1b, pN0 (0/14), L0, V0, G2, ICD-10: C54.1) 2. Postoperatives Delir (POD), hyperaktive Verlaufsform (04.05.2024 - 07.05.2024) 3. Nosokomialer Harnwegsinfekt durch Escherichia coli (Nachweis 05.05.2024) 4. Absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern (VHF), CHA2DS2-VASc Score: 5 5. Arterielle Hypertonie Grad II (ICD-10: I10.00) 6. Diabetes mellitus Typ 2b, ED 2012, aktuelle Einstellung mit Metformin 7. Chronische Niereninsuffizienz Stadium IIIa nach KDIGO (eGFR initial 48 ml/min/1,73m²) Anamnese: Die Vorstellung der 74-jährigen Patientin erfolgte bei rezidivierenden postmenopausalen Blutungen (PMB) seit ca. 3 Monaten. Eine auswärts durchgeführte fraktionierte Abrasio und Hysteroskopie ergab den histologischen Befund eines endometrioiden Adenokarzinoms des Endometriums (G2). Die Patientin ist adipös (BMI 32 kg/m²) und leidet unter einem bekannten Vorhofflimmern, welches mit Apixaban 5 mg 1-0-1 antikoaguliert ist. Des Weiteren besteht ein langjähriger Diabetes mellitus Typ 2 sowie eine hypertensive Herzkrankheit. Aufnahmebefund: Patientin in gutem AZ, adipöser EZ (92 kg bei 168 cm). Kardiopulmonal kompensiert, RR 155/90 mmHg, HF 82/min, arrhythmisch. Abdomen weich, keine Resistenzen tastbar. Gynäkologisch: Atrophisches Genitale, Portio glatt, Uterus in mittlerer Größe, anteflektiert, verschieblich. Adnexe beidseits frei. Keine akute Blutung. Diagnostik: - Vaginalsonographie: Uterus 78x45 mm, Endometrium unregelmäßig verbreitert auf 18 mm, V.a. Myometrium-Infiltration (ca. 50%). - Abdomen-CT (03.05.2024): Kein Anhalt für Fernmetastasen oder pathologisch vergrößerte Lymphknoten abdominal. Diskrete Steatosis hepatis. - Thorax-CT (03.05.2024): Unauffällig, kein Anhalt für pulmonale Filiae. - Labor: CA-125 erhöht (85 U/ml, Ref: <35), CEA normwertig. CrP initial 4,2 mg/l, Kreatinin 1,32 mg/dl (eGFR 48 ml/min), Hb 11,2 g/dl, NT-proBNP 1450 pg/ml. Therapie und Verlauf: Am 03.05.2024 erfolgte die laparoskopische totale Hysterektomie mit beidseitiger Adnexektomie und pelviner Lymphonodektomie (TLH + BSO + LNE). Intraoperativ zeigte sich ein makroskopisch auf den Uterus begrenzter Befund. Perioperativ wurde das Apixaban pausiert und ein Bridging mit Enoxaparin 40 mg 1-0-1 s.c. durchgeführt. Aufgrund des CT-Kontrastmittels wurde die Metformin-Medikation (initial 1000 mg 1-0-1) vorübergehend abgesetzt. Am ersten postoperativen Tag (04.05.2024) entwickelte die Patientin ein hyperaktives Delir mit psychomotorischer Unruhe und Desorientiertheit (CAM-Score positiv). Wir leiteten eine medikamentöse Therapie mit Haloperidol 0,5 mg (bis zu 3x tgl. p.o.) ein, worunter sich die Symptomatik bis zum 07.05.2024 schrittweise stabilisierte. Haloperidol wurde am 09.05.2024 wieder abgesetzt. Am 05.05.2024 trat zudem ein fieberhafter Infekt (38,8 °C) auf. Laborchemisch zeigte sich ein CrP-Anstieg auf 158 mg/l bei Leukozytose (14.500/µl). In der Urinkultur konnte Escherichia coli (>10^5 KBE/ml) nachgewiesen werden. Wir begannen eine kalkulierte antibiotische Therapie mit Ceftriaxon 2g i.v. 1x tgl., die nach Antibiogramm fortgeführt wurde. Die Entfieberung erfolgte prompt. Aufgrund einer passageren Verschlechterung der Nierenfunktion (Kreatinin-Peak 1,65 mg/dl am 06.05.2024) wurde die Wiederansetzung von Metformin zunächst ausgesetzt und auf ein Basis-Bolus-Insulinschema umgestellt. Bei Entlassung war die Nierenfunktion mit einem Kreatinin von 1,35 mg/dl wieder auf Ausgangsniveau stabilisiert, sodass Metformin ab dem Entlassungstag in reduzierter Dosis (500 mg 1-0-1) wieder eingenommen werden kann. Besonderheit: Trotz des unauffälligen Staging-CTs der Lunge bleibt der Tumormarker CA-125 mit 85 U/ml präoperativ erhöht. Eine postoperative Kontrolle steht noch aus. Medikation bei Entlassung: 1. Apixaban 5 mg: 1-0-1 (Wiederaufnahme am 10.05.2024 nach Ausschluss von Nachblutungen) 2. Ramipril 5 mg: 1-0-0 3. Metoprololsuccinat 47,5 mg: 1-0-0 4. Metformin 500 mg: 1-0-1 (Dosisanpassung beachten!) 5. Pantoprazol 40 mg: 1-0-0 (für weitere 7 Tage) 6. Novaminsulfon 500 mg: bei Bedarf bis zu 4x 1 tgl. Empfehlungen/Procedere: - Die endgültige Histopathologie inklusive der immunhistochemischen Untersuchung auf Mismatch-Repair-Proteine (MMR-Status) zum Ausschluss eines Lynch-Syndroms steht zum Zeitpunkt der Entlassung noch aus. Wir haben die Patientin zur Befundbesprechung in unsere gynäkologische Ambulanz am 24.05.2024 um 10:00 Uhr einbestellt. - Eine Vorstellung im interdisziplinären Tumorboard erfolgt nach Vorliegen der finalen Histologie zur Festlegung der adjuvanten Therapie (V.a. Brachytherapie bei pT1b). - Laborkontrolle (Kreatinin, Elektrolyte, kleines Blutbild) beim Hausarzt in 1 Woche. - Kontrolle des Tumormarkers CA-125 in ca. 4 Wochen zur Verlaufskontrolle der Diskrepanz zum CT-Befund. - Körperliche Schonung für 6 Wochen, keine schweren Lasten über 5 kg heben. - Fadenentfernung (intra-cutane Naht, teils resorbierbar) ist nicht erforderlich, lediglich Kontrolle der Inzisionsstellen. Wir danken für die freundliche Mitbehandlung. Mit freundlichen kollegialen Grüßen Dr. med. F. Schmidt Oberarzt Assistenzärztin Meyer Stationsärztin
Ground Truth
Hauptdiagnose
Endometriumkarzinom (V.a. pT1b, G2) bei einer 74-jährigen Patientin mit postmenopausaler Blutung.
Therapie
Durchführung einer laparoskopischen totalen Hysterektomie mit Adnexektomie und Lymphonodektomie, gefolgt von der Behandlung eines postoperativen Delirs mit Haloperidol 0,5 mg sowie eines E. coli-Harnwegsinfekts mit Ceftriaxon 2g i.v. für 5 Tage. Anpassung der Diabetes-Medikation auf Metformin 500 mg 1-0-1 aufgrund einer GFR von 48 ml/min und postoperatives Wiederansetzen von Apixaban 5 mg 1-0-1.
Procedere
Ambulante Wiedervorstellung am 24.05.2024 zur Besprechung des noch ausstehenden MMR-Status und der Tumorboard-Empfehlung sowie hausärztliche Laborkontrolle (Kreatinin, CA-125) in 1 bzw. 4 Wochen.
Offene Fragen
Die endgültige histopathologische Klassifikation (MMR-Status) steht noch aus, zudem besteht eine ungeklärte Diskrepanz zwischen dem präoperativ erhöhten Tumormarker CA-125 (85 U/ml) und der unauffälligen Bildgebung (CT-Thorax/Abdomen).
Modell-Ergebnisse (11)
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