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KardiologiemittelKlinischer Text
Klinikum am Stadtwald Abteilung für Kardiologie und Angiologie Chefarzt: Prof. Dr. med. M. Herzberg Entlassungsbericht Patient: Hans-Joachim Müller, geb. 15.05.1956 Anschrift: Birkenweg 12, 50667 Köln Station: K3, Zimmer 302 Aufnahmedatum: 12.04.2024 Entlassungsdatum: 18.04.2024 Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, wir berichten über den stationären Aufenthalt des oben genannten Patienten, der sich vom 12.04.2024 bis zum 18.04.2024 in unserer stationären Behandlung befand. Diagnosen: 1. Akutes Koronarsyndrom: NSTEMI (Non-ST-Elevation Myocardial Infarction) - Koronare 1-Gefäß-Erkrankung (RCA) - Erfolgreiche PTCA und Implantation eines Drug-Eluting-Stents (DES, Synergy 3.5 x 18 mm) in die distale RCA am 12.04.2024 2. Arterielle Hypertonie (Grad II, ESC/ESH) 3. Diabetes mellitus Typ 2 (nicht insulinpflichtig, Erstdiagnose während des Aufenthalts) 4. Dyslipidämie (LDL-C initial 158 mg/dl) 5. Chronische Niereninsuffizienz Stadium II nach KDIGO (eGFR initial 68 ml/min/1.73 m²) Anamnese: Die stationäre Aufnahme von Herrn Müller erfolgte als Notfallzuweisung bei akuten, seit ca. drei Stunden bestehenden, retrosternalen Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm und begleitender Diaphorese. Der Patient berichtete über eine belastungsabhängige Angina pectoris (CCS II) in den letzten vier Wochen, die er jedoch zunächst als muskulär bedingt fehleinschätzte. Risikofaktoren umfassen einen langjährigen Nikotinabusus (ca. 40 Pack-Years, aktuell noch rauchend), eine bekannte arterielle Hypertonie sowie eine positive Familienanamnese für frühzeitige koronare Herzkrankheit (Vater Myokardinfarkt mit 52 Jahren). Aufnahmebefund: 67-jähriger Patient in reduziertem Allgemeinzustand, adipöser Ernährungszustand (BMI 31 kg/m²). Haut und Schleimhäute unauffällig. Cor: Herzaktion rhythmisch, Herzfrequenz 84/min, Blutdruck 165/95 mmHg beidseits. Herztöne rein, keine Vitien. Pulmo: Vesikuläratmen beidseits, keine Rasselgeräusche. Abdomen: Weich, kein Druckschmerz, keine Resistenzen, Darmgeräusche regelrecht. Extremitäten: Keine Ödeme, periphere Pulse allseits tastbar. Neurologisch grob unauffällig. Zusatzdiagnostik: - EKG (Aufnahme): Sinusrhythmus, Linkstyp, Herzfrequenz 82/min. Diskrete horizontale ST-Streckensenkungen in II, III, aVF sowie terminale T-Negativierungen in V4-V6. - Labor (Aufnahme/Verlauf): Troponin T (hochsensitiv) initial 452 ng/l (Ref. < 14), Verlauf maximal 1.240 ng/l. CK 285 U/l, CK-MB 38 U/l. Kreatinin 1,24 mg/dl (eGFR 68 ml/min). HbA1c 7,4 %. LDL-Cholesterin 158 mg/dl. NT-proBNP 420 pg/ml. - Echokardiographie: Linker Ventrikel normal groß, konzentrische linksventrikuläre Hypertrophie. Hypokinesie der inferioren Wandabschnitte. LVEF ca. 50 %. Keine relevanten Klappenvitien. Kleiner Perikarderguss physiologisch. - Koronarangiographie (12.04.2024): Koronare 1-Gefäß-Erkrankung. In der distalen RCA zeigt sich eine ca. 90%ige exzentrische, instabile Stenose (Culprit Lesion). RIVA und RCX mit diskreten Wandunregelmäßigkeiten, jedoch ohne hämodynamisch relevante Stenosen. Therapie und Verlauf: Nach Diagnosestellung eines NSTEMI erfolgte die sofortige Koronarangiographie. Hierbei konnte die RCA als verursachendes Gefäß identifiziert werden. Die Stenose wurde mittels PTCA und Implantation eines Drug-Eluting-Stents (DES) erfolgreich versorgt. Das interventionelle Ergebnis war primär erfolgreich (TIMI III-Flow). Postinterventionell wurde eine duale Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) mit ASS 100 mg/d und Ticagrelor 90 mg 2x/d eingeleitet. Der weitere klinische Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Herr Müller war postinterventionell beschwerdefrei und zeigte keine erneute Angina-pectoris-Symptomatik. Die Blutdruckwerte stabilisierten sich unter einer intensivierten antihypertensiven Therapie mit einem ACE-Hemmer und einem kardioselektiven Betablocker. Aufgrund des erhöhten HbA1c-Wertes und pathologischer Nüchtern-Glukosewerte stellten wir die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 2 und begannen eine Basistherapie mit Metformin. Eine ausführliche Diätberatung und Diabetes-Schulung wurden durchgeführt. In den Abschlussuntersuchungen zeigte sich ein stabiles EKG und rückläufige Herzenzyme. Der Patient konnte frühzeitig mobilisiert werden und war bei Entlassung voll belastbar. Empfehlungen und Procedere: - Medikation: ASS 100 mg 1-0-0 (dauerhaft), Ticagrelor 90 mg 1-0-1 (für 12 Monate, bis 12.04.2025), Atorvastatin 80 mg 0-0-1 (Ziel LDL < 55 mg/dl), Ramipril 5 mg 1-0-0, Bisoprolol 2,5 mg 1-0-0, Metformin 500 mg 1-0-1 (Steigerung nach Verträglichkeit). - Eine Anschlussheilbehandlung (AHB) wurde bereits beantragt, der Patient erwartet die Mitteilung des Termins. - Nikotinkarenz ist für den weiteren Verlauf essenziell. Eine Tabakentwöhnung wurde dringend empfohlen. - Kontrolle der Nierenwerte und Elektrolyte in 2 Wochen beim Hausarzt. - Kardiologische Verlaufskontrolle inklusive Belastungs-EKG in 3 Monaten. - Bei erneuten Thoraxschmerzen sofortige Vorstellung in einer Chest Pain Unit. Wir entlassen Herrn Müller in Ihre geschätzte weitere hausärztliche Betreuung. Mit kollegialen Grüßen Dr. med. F. Schmidt Oberarzt der Kardiologie
Ground Truth
Hauptdiagnose
Akutes Koronarsyndrom (NSTEMI) bei koronarer 1-Gefäß-Erkrankung mit einer 90%igen Stenose der rechten Kranzarterie (RCA).
Therapie
Durchführung einer Koronarintervention (PCI) mit Implantation eines Drug-Eluting-Stents in die RCA sowie Einleitung einer leitliniengerechten Medikation inklusive dualer Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) und Einstellung von Blutdruck und Blutzucker.
Procedere
Fortführung der dualen Thrombozytenaggregationshemmung für 12 Monate, konsequente Nikotinkarenz sowie ambulante kardiologische Kontrolle in 3 Monaten nach Abschluss der bereits beantragten Anschlussheilbehandlung.
Offene Fragen
Keine; der Patient wurde klinisch stabil und beschwerdefrei nach erfolgreicher Revaskularisation entlassen.